Unterstützung für die Truppe

Territoriale Reserve und Heimatschutz

Regional vernetzt und passgenau ausgebildet, dient die territoriale Reserve Deutschland zu Hause. Reservistinnen und Reservisten in den Heimatschutzverbänden, den Kreis- und Bezirkskommandos und den Landeskommandos unterstützen die aktive Truppe in Deutschland für Deutschland.

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Was ist die Territoriale Reserve?

Mit der Rückbesinnung auf die Landes- und Bündnisverteidigung als Kernauftrag der Bundeswehr ist auch die territoriale Reserve in den Fokus gerückt. Sie bildet einen wesentlichen Baustein der gesamtstaatlichen Sicherheitsvorsorge. Denn einsatzbereite, gut ausgebildete Reservistinnen und Reservisten sind ein wichtiger Faktor – für durchhaltefähige Streitkräfte und zur Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz. Regional engagiert und vor Ort vernetzt, unterstützt und entlastet die Territoriale Reserve die aktive Truppe – in der Amts- und Katastrophenhilfe nach Artikel 35 Grundgesetz, beim Betrieb der Drehscheibe Deutschland und beim Schutz verteidigungswichtiger Infrastruktur.

Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius
Verteidigunsminister Boris Pistorius Bundeswehr/Norman Jankowski
„Der Schutz unseres Landes ist eine Aufgabe, die wir nur mit einer starken Reserve leisten können.“

Die Mehrheit der Territorialen Reserve, die Heimatschutzkräfte, sind ab dem 1. April in der Division Heimatschutz des Deutschen Heeres zusammengefasst. Dazu zählen auch die sechs Heimatschutzregimenter in Roth/Bayern, in Münster/Nordrhein-Westfalen, in Nienburg/Niedersachsen, in Alt-Duvenstedt/Schleswig-Holstein, in Ohrdruf/Thüringen und in Altengrabow/Sachsen-Anhalt, sowie die 37 Heimatschutzkompanien, die bisher den Landeskommandos truppendienstlich unterstellt waren. Zusätzlich umfasst die Territoriale Reserve die Kreis- und Bezirksverbindungskommandos in ganz Deutschlands sowie die Verbindungskommandos zu den Nachbarstaaten der Bundesrepublik Deutschland.

Aktuelles

Regional vernetzt: Die Bezirks- und Kreisverbindungskommandos

Wer Teil der territorialen Reserve ist, engagiert sich meist aus der Region für die Region. Das gilt insbesondere für die 34 Bezirksverbindungskommandos in den Regierungsbezirken und die 414 Kreisverbindungskommandos in den Landkreisen und Kreisfreien Städten aller Bundesländer. Sie fungieren gemeinsam mit den 16 Landeskommandos in den Bundesländern als territoriales Netzwerk für zivil-militärische Zusammenarbeit. 

Die Bezirks- und Kreisverbindungskommandos sind auf der jeweiligen Ebene erste Ansprechstelle ziviler Behörden für die Amts- und Katastrophenhilfe nach Artikel 35 Grundgesetz, beispielsweise im Hochwasserschutz, in der Brandbekämpfung oder bei Schneekatastrophen. Sie bestehen ausschließlich aus Reservistinnen und Reservisten, die im Bedarfsfall alarmiert beziehungsweise aktiviert und in regionalen Katastrophenstäben eingesetzt werden.

Uniformen von Blaulichtorganisationen

In den Kreis- und Bezirksverbindungskommandos arbeiten Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr Hand in Hand mit Blaulichtorganisationen und Kommunen

2020 Bundeswehr/Anne Weinrich

Der Schwerpunkt der KVKKreisverbindungskommando und BVKBezirksverbindungskommando liegt in der Kooperation mit Blaulichtorganisationen wie beispielsweise Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk.  In den regionalen Führungsgruppen Katastrophenschutz beraten sie im Katastrophenfall die Einsatzleitung zu möglichen Unterstützungsleistungen der Bundeswehr und übermitteln Amtshilfeanträge der örtlichen Behörden an ihr zuständiges Landeskommando weiter.

Nach dem Prinzip „In der Krise Köpfe kennen“ ist die regionale Vernetzung der Reservistinnen und Reservisten in den KVKKreisverbindungskommando und BVKBezirksverbindungskommando von besonderer Bedeutung. Regemäßige gemeinsame Ausbildungen und Übungen ziviler und militärischer Akteurinnen und Akteure sorgen für enge Kontakte, kurze Wege und schnelle Hilfe in Notlagen. Die in den KVKKreisverbindungskommando und BVKBezirksverbindungskommando beorderten Reservistinnen und Reservisten kennen somit sowohl die Bedingungen vor Ort wie auch die Menschen, mit denen sie gemeinsam Hilfe leisten. Denn im Katastrophenfall kann jede Minute zählen.

Heimatschutzkräfte: Essenziell für den Betrieb der Drehscheibe Deutschland

Die Heimatschutzkräfte stellen den zahlenmäßig bedeutend größeren Teil der Territorialen Reserve dar. Ihr Kernauftrag sind Schutz- und Sicherungsaufgaben, insbesondere der Objektschutz. Alle im Heimatschutz beorderten Reservistendienstleistenden verfügen daher über eine Ausbildung als Wach- und Sicherungssoldatinnen und -soldaten oder werden darin ausgebildet.

Im Frieden unterstützen die Heimatschutzkräfte die aktive Truppe in erster Linie bei Wach- und Sicherungsaufgaben: im Host Nation Support für alliierte Streitkräfte in Deutschland und in der Aufmarschführung eigener Truppen. Dazu gehört insbesondere der Schutz von Rasträumen und Umschlagpunkten bei multinationalen Übungen, bei denen die Bundeswehr und die Streitkräfte verbündeter Nationen Truppen, Waffensysteme und Versorgungsgüter zur Rückversicherung der östlichen Bündnispartner und zur Abschreckung potenzieller Aggressoren an die NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke verlegen.

Eine Grafik zeigt die Aufgaben von Heimatschutzkräften
Bundeswehr/Carolin Sauder

Im Spannungs- und Verteidigungsfall sichern und schützen die Heimatschutzkräfte zusätzlich auch verteidigungswichtige kritische Infrastruktur. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Häfen, Güterumschlagplätze, Bahnanlagen, Brücken, Straßen und Verkehrsknotenpunkte, aber auch digitale Netze und Kraftwerke können verteidigungsrelevant sein.

Zugleich können die Reservistendienstleistenden im Heimatschutz bei zivilen Katastrophenfällen als Unterstützungskräfte vor Ort eingesetzt werden, etwa in der Fluthilfe oder Schneekatastrophen. Ihre Einsätze bleiben dabei nicht auf ihre Heimatregion beschränkt, sondern können bundesweit erfolgen. Heimatschutzkräfte kommen jedoch nur innerhalb Deutschlands zum Einsatz. Sie nehmen nicht an Übungen, Auslandseinsätzen oder internationalen Bündnisverpflichtungen der Bundeswehr im Ausland teil.

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