Führungstraining für Sanitätsoffiziere
Führungstraining für Sanitätsoffiziere
- Datum:
- Ort:
- Hamburg
- Lesedauer:
- 2 MIN
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was wohl passiert, wenn eine Standortschließung bevorsteht? Gerüchte, Trubel, Gegenwehr auf der einen Seite – Freude, bald an einem anderen Ort zu arbeiten bei einigen wenigen Anderen. Wie gehe ich nun als Führungskraft sicher mit Veränderungsprozessen um? Wie verhalte ich mich bei Konfliktsituationen? Dies sind nur zwei Themen aus einer Woche „Führungstraining im Sanitätsdienst“ an der Führungsakademie der Bundeswehr.
16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Bundeswehrkliniken sind nach Hamburg gekommen, um eine Woche lang ihre Führungskompetenzen zu stärken. Der Lehrgang mit der Modulnummer 5031 findet vier Mal jährlich für zwei unterschiedliche Gruppen statt: Ärzte aus Kliniken und Ärzte aus der regionalen Sanitätsunterstützung. Die Teilnahme von Reservistendienst Leistenden ist ebenfalls möglich.
Ärzte stehen als Führungskraft oftmals vor anderen Fragestellungen als der militärische Führer in der Truppe. Ein Beispiel für solch eine Entscheidungsfindung ist die Patientensichtung bei einem Massenanfall von Verwundeten (MANV), bei dem ein Missverhältnis zwischen Verletzten und bestehenden Ressourcen besteht. Neben ethischen Fragen und aktuellen Informationen aus dem Sanitätsdienst oder auch dem Personalmanagement behandelt das Seminar die beiden Themen Veränderungs- und Konfliktmanagement. Als Senior Mentor unterstützte dieses Seminar Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ingo Patschke.
Aktiv dabei
Ob digitaler Wandel oder die Einführung eines neuen Beurteilungssystems: Veränderungen gibt es ständig und überall. Eine Führungskraft sollte sich ihrer Rolle bewusst sein. Er oder sie muss nun die Menschen mitnehmen, anfängliche Skepsis abbauen und den Prozess begleiten. Das Seminar lehrt den Teilnehmenden mit aktiven Methoden, wie das am besten funktionieren kann und gibt Gelegenheit sich auszutauschen. Jede Gruppe, sei es eine zufällig zusammengestellte Projektgruppe oder ein bereits etabliertes Team, hat unterschiedliche denkende Menschen und somit andere Meinungen. Es lohnt sich, diese zu erkennen und die Mitarbeiter entsprechend einzusetzen.

„Wir müssen uns ändern, auch wenn wir uns jetzt vielleicht noch in einer Komfortzone befinden. Wir als Führungskräfte müssen dabei in dem Veränderungsprozess unsere Mitarbeiter mitnehmen und nicht den Entwicklungen hinterherlaufen.“
Zwischen Polarisation und Zersplitterung
„Konflikte managen zu können, ist ein Teil der Führungsaufgabe“, sagt Regierungsdirektorin Heike Bühring von der Fakultät Politik-, Strategie- und Gesellschaftswissenschaften. Sie macht den Lehrgangsteilnehmenden zunächst bewusst, wie wichtig es ist, Konflikte und Zusammenhänge zu erkennen. Damit können Gruppendynamiken besser gestaltet werden. Es steht die Frage im Mittelpunkt: Wie schafft man es, den Konflikt konstruktiv auszutragen oder auch von vornherein zu vermeiden? Die Teilnehmenden lernen im Seminar zu erkennen, wann sich Konflikte anbahnen, wann sie intervenieren sollten und ab welchem Zeitpunkt externe Unterstützung sinnvoll sein kann.
Stimmen der Teilnehmer

„Mir gefällt das Seminar sehr gut. Ich schätze es, dass ich einmal über den Tellerrand hinaus blicken kann und die Möglichkeit habe, mein Führungsverhalten selbst zu reflektieren. Ich nehme mit, schon bald weitere Lehrgänge an der Führungsakademie zu besuchen – die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten waren mir bisher noch gar nicht bewusst. Den Lehrgang empfehle ich auf jeden Fall weiter.“

„Führungskompetenzen sind nicht nur wichtig in der Truppe. Wir benötigen diese auch in Kliniken. Das Seminar ist daher sehr hilfreich und informativ. Als Oberarzt beschäftige ich mich im Alltag ständig mit Führungsvorgängen. Hier bekomme ich nun das Handwerkszeug an die Hand. Managementmethoden wie Konflikt- oder Veränderungsmanagement werden vorgestellt und definiert. Diese unterstützen mich bei der täglichen Arbeit. Ich empfehle das Seminar allen Kameradinnen und Kameraden, die bereits Oberärzte sind oder in diese Funktion rein wollen.“