Militärattachés im Ausland
Als „Diplomaten in der Bundeswehr“ tragen die Militärattachés und ihre Stäbe gegenüber ihren Kameradinnen und Kameraden und auch der Bevölkerung im jeweiligen Gastland zur Vertrauensbildung bei. Sie verkörpern zudem die multinationale Ausrichtung der Bundeswehr und Deutschlands Einbindung in verteidigungspolitische Bündnisse.

Die Militärattachés an deutschen Botschaften berichten über die Verteidigungs- und Militärpolitik des jeweiligen Gastlandes, den Entwicklungsstand der Streitkräfte und der Rüstungsindustrie sowie weitere diese Bereiche betreffende Themen. Gemeinsam mit ihren Stäben führen sie Analysen und Lagebeurteilungen durch und nehmen an internationalen Konferenzen und Truppenbesuchen teil. Zudem sind die Militärattachéstäbe vor Ort der Ansprechpartner für die Bundeswehr. Ob in Uniform oder in Zivilkleidung – die Angehörigen eines Militärattachéstabes übernehmen mit ihren Familienangehörigen eine wichtige und vertrauensbildende Funktion im Auftrag der Diplomatie der Bundesrepublik Deutschland.
Der typische Militärattachéstab
Militärattachéstäbe sind unterschiedlich aufgestellt und orientieren sich an der sicherheitspolitischen Relevanz des Gastlandes für die Bundesrepublik Deutschland. Typischerweise gehören zum militärischen Personal der Militärattaché selbst als Leiter oder Leiterin des Stabes, ein Stabsdienstfeldwebel als Leitung des Attachébüros und eine Büro-Fremdsprachenassistenz. Der Militärattachéstab informiert Vertreterinnen und Vertreter des Gastlandes über die deutsche Verteidigungs- und Sicherheitspolitik und die Bundeswehr und dient als Ansprechstelle für wehrtechnische und rüstungswirtschaftliche Angelegenheiten. Er ist zudem zuständig für die Betreuung deutscher Soldatinnen und Soldaten aus dem Bereich des Verteidigungsministeriums, die sich zum Beispiel für Lehrgänge im Gastland aufhalten.
Der Militärattachéstab unterhält intensive Arbeitskontakte zu den Verteidigungsministerien und Dienststellen der Streitkräfte des Gastlandes. Nur gut vernetzt kann der Stab seine umfangreichen Aufgaben zuverlässig erfüllen, die sich aus der militärischen Zusammenarbeit ergeben. Darüber hinaus bestehen auch enge Kontakte zu den Militärattachéstäben anderer Länder.
Militärattachés bei der Bundeswehr seit 1956
Bereits im Jahr nach der Gründung der Bundeswehr wurden Militärattachéstäbe im Auswärtigen Dienst der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Sie sind integraler Bestandteil der Auslandsvertretungen weltweit. Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr nehmen Aufgaben als Militärattaché oder Büroleitung wahr. Sie werden vom Verteidigungsministerium an das Auswärtige Amt abgeordnet. Das Personal wird vom Streitkräfteamt des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr betreut. Auch die Angehörigen werden in diese verantwortungsvolle Aufgabe mit eingebunden.
Die Sprachausbildung für das Personal der Militärattachéstäbe und deren Familien findet im Bundessprachenamt statt, dem zentralen Sprachendienstleister für die Bundeswehr und den öffentlichen Dienst. Die Sprachausbildung und damit einhergehende Sprachkenntnisse im jeweiligen Land sind eine Schlüsselqualifikation für das eingesetzte Personal.