Übung "Fiese Fasern": Zivil-Militärische Zusammenarbeit auf vielen Ebenen
Übung "Fiese Fasern": Zivil-Militärische Zusammenarbeit auf vielen Ebenen
- Datum:
- Ort:
- Bayern
- Lesedauer:
- 3 MIN
Reservisten des Landeskommando Bayern „Fiese Fasern“, einer Übung des Transporthubschrauberregiments 30: Zwei Kreisverbindungskommandos waren bei der Planung dabei, die RSU-Kompanie sicherte den Übungsraum. Ziel war es, die Zivil-Militärische Zusammenarbeit bei einem Hubschrauberunfall zu trainieren.
Der halbe Ort ist gekommen, um zuzusehen oder selbst aktiv zu helfen: Alarmierungs- und Rettungsübung „Fiese Fasern 2019“ des Transporthubschrauberregiments 30 aus Niederstetten im unterfränkischen Faulbach. 240 zivile und militärische Teilnehmer aus zwei Bundesländern übten gemeinsam. Das Szenario ist eine Herausforderung: Ein Hubschrauber ist in Brand geraten, ein anderer hat hart aufgesetzt. In beiden gibt es Verletzte, zudem entstehen bei dem Brand durch große Hitze die sogenannten Fiesen Fasern. Wenn Kohlefaserverbundwerkstoffe, wie sie unter anderem in der Luftfahrt verwendet werden, bei großer Hitze brennen, entstehen Mikropartikel, die an der Haut haften und sich in der Lunge festsetzen und krebserregend sind.
Eineinhalb Jahre lang haben die Heeresflieger aus Baden-Württemberg diese Übung zur Zivil-Militärischen Zusammenarbeit geplant. Militärische und zivile Kräfte aus Bayern und Baden-Württemberg waren mit einbezogen. Die Tiefflugstrecken des Regiments führen über elf Landkreise in beiden Bundesländern, die neuen Transporthubschrauber NHNATO-Helicopter-90 bestehen zum Großteil aus Kohlefaserverbundwerkstoffen - daher eine Übung mit den Hubschraubern, um die zivilen Hilfskräfte speziell für das Thema der gefährlichen Partikel zu sensibilisieren. Sollte es in der Region zu einem Unfall des NHNATO-Helicopter-90 kommen, wären die zivilen Kräfte am erste vor Ort. Zivil-militärische Zusammenarbeit ist dabei besonders wichtig.
Kreisverbindungskommandos unterstützen bei der Planung
Doch nicht nur beim Ernstfall, auch bei der Planung der Übung war die Zivil-Militärische Zusammenarbeit ein Erfolgsfaktor. Reservisten des Kreisverbindungskommandos (KVKKreisverbindungskommando) Miltenberg, in dem der Übungsraum liegt, sowie aus dem Landkreis Main-Spessart waren in die Vorbereitung mit eingebunden. Sie sind die Verbindung zwischen Bundeswehr und Blaulichtorganisationen vor Ort. „Wir haben bei der Planung unterstützt und an allen vorbereitenden Konferenzen teilgenommen“, erzählt Fregattenkapitän d.R.der Reserve Achim Philipps, der Leiter des KVKKreisverbindungskommando Miltenberg. Mit Ortskenntnis und Kontakten haben sie zum Erfolg beigetragen. Leander Werner, Leiter des KVKKreisverbindungskommando Main-Spessart, sagt: „Für mich war die Übung besonders wichtig, da seit März 2018 verschiedene Organisationen sich mit diesem Thema beschäftigen und Netzwerke bilden, die sie hoffentlich auch in Zukunft weiterhin pflegen - im Sinn der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit.“
Am eigentlichen Übungstag sind die Reservisten der Kreisverbindungskommandos als Zuschauer in der Kiesgrube dabei. Vom Wall aus beobachten sie, gemeinsam mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten, Politik und den Bürgern, wie die Rettungskräfte im grasbewachsenen Gelände am Main agieren. Oberleutnant d.R.der Reserve Ymad Teuber-Ben Fadhel, in seiner Freizeit sowohl beim Kreisverbindungskommando als auch beim Roten Kreuz engagiert, erzählt: „Das Gelände haben wir mit ausgewählt. Wir haben aktiv Ideen eingebracht und standen als Verbindungsleute für allen Fragen der zivilen Seite zu Verfügung.“
RSU-Kompanie Unterfranken sichert Übungsgelände
Den Militärischen Sicherheitsbereich der Übung sicherten die Feldjäger ab. Als Sicherungssoldaten um das erweiterte Gelände herum und als Einweiser waren Reservisten der RSU-Kompanie Unterfranken bei „Fiese Fasern“ aktiv. Oberst Peter Göhringer, Kommandeur des Transporthubschrauberregiments, sagt nach der Übung: „Die RSU-Kompanie Unterfranken hat uns ganz wesentlich unterstützt. Sie hat schon vor über einem Jahr ihre Hilfe angeboten, und da haben wir natürlich ja gesagt, da wir selbst nicht über solche Kräfte verfügen. Die RSU-Kompanie hat heute klasse Arbeit geleistet. Ich sage dafür ganz herzlichen Dank.“
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