Vom Soldaten zum Beamten und zurück – Karriere in der Bundeswehr
Vom Soldaten zum Beamten und zurück – Karriere in der Bundeswehr
- Datum:
- Ort:
- Mannheim
- Lesedauer:
- 3 MIN
Soldat auf Zeit, Angestellter in der Privatwirtschaft und jetzt Beamter in der Bundeswehrverwaltung. Der Technische Regierungsamtsinspektor Florian Müller aus dem Westerwald hat schon viel vom Berufsleben gesehen, vor allem von der Bundeswehr. Weil die Bundeswehr ihn bei seinem Ziel unterstützt hat, Meister im Elektromaschinenbau-Handwerk zu werden, will er diese Hilfe als Reservist an die Truppe zurückgeben.
Mit 22 Jahren kam Florian Müller zur Bundeswehr und lernte sie zunächst aus soldatischer Sicht kennen. Heute arbeitet er als Stromerzeugungsanlagenmechaniker zivil für die Bundeswehr. Er ist Beamter des mittleren technischen Dienstes in der Einsatzunterstützungsstaffel 22 in Erndtebrück. Das ist eine Dienststelle der Luftwaffe.
Innerhalb kürzester Zeit wurde Müller zweimal befördert. Doch damit nicht genug: Sein Wissen hat er in über 400 Wehrübungstagen weitergegeben. Und es sollen noch mehr Tage bei der 1. Kompanie des Sanitätsregiments 2 in Rennerod werden.
Der Start in der Bundeswehr
Müller begann seine Ausbildung zum Elektromaschinenbauer 1997 in einem privatwirtschaftlichen Betrieb, in dem er danach auch zwei Jahre lang arbeitete. 2003 wurde er als Grundwehrdienstleistender bei einer logistischen Einheit in Rennerod in einer berufsnahen Verwendung eingesetzt und blieb als Soldat auf Zeit für vier Jahre dort. „Die Tätigkeit an den Stromerzeugern war abwechslungsreich“, sagt er. „Zum einen setzte ich Geräte instand, zum anderen war ich auch für Transporte unterwegs und konnte an Übungsgeschehen teilnehmen.''
Dienstzeitende, aber nur vorläufig
Müllers Karriereziele waren damit aber noch lange nicht erreicht. Sein Wunsch war von Anfang an der Meister. „Mit Hilfe meiner Kompanie konnte ich einige Monate länger Soldat auf Zeit bleiben und somit von meiner Zeit als Soldat nahtlos zur Meisterschule übergehen, die vom Berufsförderungsdienst der Bundeswehr mit gefördert wurde“, freut sich Müller noch heute. Schon während seiner Dienstzeit konnte er Module der Meisterausbildung auf der Abendschule machen.
„Den Zeitraum bis ich dann tatsächlich ins zivile Berufsleben eingegliedert war, konnte ich mithilfe von Übergangsgebührnissen durch die Bundeswehr überbrücken. Das ist eine finanzielle Unterstützung, die der Staat Zeitsoldaten nach ihrem Dienst bei der Bundeswehr gewährt“, erklärt Müller. „Dadurch hatte ich also die Möglichkeit, die Teile ‚Fachtheorie und Fachpraxis‘ der Meisterausbildung in Vollzeit zu absolvieren.“
Zurück zur Bundeswehr
Der heute 38-Jährige arbeitete danach zwei Jahre lang in seinem Ausbildungsbetrieb auf Gesellenebene. Er wollte aber seiner Qualifikation entsprechend auf Meisterebene tätig sein und Verantwortung übernehmen. Deshalb ging er zur Bundeswehr zurück. „Beim Depot in Buchholz habe ich mich zunächst als Stromerzeugungsanlagenmechaniker auf Gesellenebene beworben. Aber der dortige Kasernenfeldwebel sagte mir, dass ich mich mit meiner Qualifikation auf eine Beamtenlaufbahn bewerben solle.“
Mit der Bundeswehr Karriere machen
Gegen rund 700 Bewerber setzte sich Müller als einer von 41 durch und konnte die Laufbahnausbildung im mittleren technischen Dienst beginnen. Die theoretischen Anteile absolvierte er an der damaligen Bundeswehrverwaltungsschule 1 in Mannheim. Für die praktischen Abschnitte reiste Müller nach Koblenz und Sankt Augustin.
Als Regierungsobersekretär wurde ich dann auch in Sankt Augustin im Logistikamt der Bundeswehr eingestellt
erzählt Müller. Nach einem Jahr als Bürosachbearbeiter beantragte er die Versetzung nach Erndtebrück. Im Mai 2012 erfolgte dann bereits die Beförderung zum Hauptsekretär. „Schon 13 Monate später wurde ich Regierungsamtsinspektor und bin damit auf der höchsten Position im mittleren technischen Dienst angekommen“, so Müller. Das Karriereziel ist also erreicht.
Nicht nur Beamter, auch Soldat
Nach einiger Zeit kam Müller durch Zufall mit seinem ehemaligen Zugführer aus dem Logistikbataillon ins Gespräch. Er war Offizier im militärischen Fachdienst und nach der Auflösung des Bataillons in Rennerod geblieben. „Als technischer Offizier wusste er, wie wichtig gutes Instandsetzungspersonal ist“, sagt Müller. „Er brachte mich auf die Idee, als beorderter Reservist in Rennerod zu unterstützen. Das war der Startschuss, die Hilfe durch die Bundeswehr an die Truppe zurückgeben zu können.“