„Ohne uns wird hier nicht geflogen“ – Oberbrandmeister bei Air Defender 23
„Ohne uns wird hier nicht geflogen“ – Oberbrandmeister bei Air Defender 23
- Datum:
- Ort:
- Jagel
- Lesedauer:
- 2 MIN
Christoph Jebe ist Oberbrandmeister. Er ist Teil der Feuerwache in Jagel und ist für den Brandschutz während Air Defender 23 zuständig.
Zur Person
- Dienstgrad, Vorname, Name: Oberbrandmeister Christoph Jebe
- Alter: 30
- Tätigkeitsbezeichnung/Verwendung: Brandschutzkraft im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst
- Nation: Deutschland
- Verband/Einheit: Zentrum Brandschutz Bundeswehr Feuerwache Jagel
Was zeichnet Ihre Arbeit aus und weshalb ist sie wichtig für die Luftstreitkräfte?
Wir stellen im normalen Dienst, außerhalb von Air Defender 23, mit 15 Personen den Brandschutz für den Flugbetrieb sicher.
Wie sieht Ihr Arbeitsplatz aus (Büro, Cockpit, Werkstatt etc)?
Mein Arbeitsplatz ist hauptsächlich auf der Feuerwache auf dem Flugplatz. Hier halte ich mich in der Regel gemeinsam mit meinen Kollegen die meiste Zeit auf. Wir haben hier diverse Möglichkeiten zum Sport machen, um uns körperlich fit zu halten. Außerdem warten und pflegen wir die Fahrzeuge in der Wache. Wenn der Flugbetrieb beginnt, fahren wir mit zwei Löschfahrzeugen an die Flugbahn, damit wir unsere Eingreifzeit von einer Minute sicherstellen können.
Was ist Ihre Aufgabe bei Air Defender 23?
Wie im normalen Betrieb ist es unsere Aufgabe, den Brandschutz auf dem Platz und während des Flugbetriebes zu gewährleisten als auch im Falle einer Luftnotlage einzugreifen.
Wie unterscheidet sich Ihre Arbeit bei Air Defender vom normalen Tagesdienst?
Im Normalbetrieb fahren wir mit zwei Fahrzeugen mit je zwei Personen an die Startbahn. Für die Übung haben wir die Vorgabe, 7.000 Liter pro Minute zur Verfügung zu stellen, falls etwas passieren sollte. Unsere Fahrzeuge haben eine Wasserdurchlaufmenge von 2.400 Litern pro Minute. Um diese Vorgabe zu erfüllen, nutzen wir nun für jede Startphase drei Fahrzeuge. Während der Übung wird mehr geflogen als sonst. Air Defender bedeutet für uns also, dass wir mehr Personal und Material einsetzen. Dafür haben wir unser Schichtsystem für die Übung auf 24-Stunden-Schichten umgestellt. Ich bin einen Tag in der Feuerwache und habe danach einen Tag frei. Außerdem mussten wir uns mit den Luftfahrzeugen der teilnehmenden Nationen beschäftigen. Die Brandbekämpfung ist grundsätzlich gleich, unterscheidet sich aber in den Details.
Wie erleben Sie die Atmosphäre und die Region bei der Übung?
Gespalten tatsächlich. Ich wohne nicht so weit weg von hier, 20 Minuten fahre ich. Da bin ich den Lärm von den Tornado-Kampfjets schon gewohnt. Die einen finden es gut, dass hier jetzt mehr los ist auf dem Flugplatz und dass hier Air Defender 23 stattfindet. Die anderen empfinden es als eher lästig. Aber wenn man in der Nähe von so einem Flugplatz wohnt, dann finde ich, kann man damit leben. Muss man damit leben. Mit den Übungsteilnehmern haben wir weniger Kontakt. Wir fahren immer wieder raus und schauen uns die anderen Flugzeuge an. Aber im täglichen Dienstbetrieb haben wir wenig bis gar keinen Kontakt zu unseren Gästen.
Welchen Hobbys gehen Sie neben Ihrer militärischen Laufbahn nach?
Die Feuerwehr ist auch privat mein Hobby. Ich bin in der freiwilligen Feuerwehr und engagiere mich da. Ansonsten halte ich mich mit Sport in Bewegung und fit für meinen Job.