Einsatzverband besteht Feuertaufe für Litauen
Einsatzverband besteht Feuertaufe für Litauen
- Datum:
- Ort:
- Gardelegen
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- 2 MIN
Ein dumpfer Knall zerreißt die Stille auf dem Übungsgelände in der Altmark, laute Kommandos in englischer Sprache und Trommelfeuer folgen. Doch das alles ist nur die akustische Kulisse – schwer bewaffnete Infanteristen verschiedener Nationen, dazu Schützen- und Kampfpanzer, greifen an. Die Soldatinnen und Soldaten des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf üben für ihre Mission in Litauen.
Die Übung des Panzerbataillons signalisiert den Abschluss des Trainingsdurchganges im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Heer in Letzlingen und ist zugleich der Höhepunkt vor der Mission enhanced Forward Presence (eFPenhanced Forward Presence) im Baltikum. Insgesamt rund 1.600 Soldaten werden ab Sommer als multinationaler Gefechtsverband in Litauen zur Absicherung der NATONorth Atlantic Treaty Organization-Ostflanke beitragen. Seit Mitte Mai hat das multinationale Team unter Führung von Bataillonskommandeur Oberstleutnant Marco Maulbecker in der Altmark intensiv trainiert. Soldaten aus den Niederlanden, Belgien und Norwegen sind fest in den Verband integriert. Zusätzlich wird eine norwegische Panzergrenadierkompanie den Gefechtsverband verstärken. Das Panzerbataillon 203 stellt den Großteil der deutschen Einsatzkräfte für die 12. Rotation des multinationalen Gefechtsverbandes in Litauen.
Perfekte Bedingungen für die Battlegroup
Bei der erstmaligen Zusammenführung des gemischten Kampftruppenbataillons am 18. Mai ging es um wesentliche Elemente der gemeinsamen Gefechtsführung. Von der Befehlsgebung, der Kommunikation über Funk bis hin zum Kampf: Das Gefechtsübungszentrum Heer bot perfekte Bedingungen.
Sehr erfahrene Ausbilder werden mit der übenden Truppe im Gelände eingesetzt, sie beraten die Teilnehmer auf allen Ebenen, als Bataillonskommandeur, Kompaniechef oder Zugführer. In der Auswertegruppe werden die Ereignisse der Übung digital aufbereitet und für Auswertungen bereitgehalten. Auch verfolgt die Auswertegruppe den gesamten Übungsverlauf und wertet diesen aus. Verantwortlich für den zurückliegenden Durchgang war Brigadegeneral Stephan Willer, Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ aus Augustdorf.
Abschlussübung wird von zwei Generalen bewertet
Gemeinsam mit Generalmajor Heico Hübner, Kommandeur der 1. Panzerdivision, war Willer in der Altmark nah am Kampfgeschehen. Beide überzeugten sich vom Ausbildungsstand der Battlegroup. Hübner findet kurz vor Ende der finalen 72-Stunden-Übung Zeit für ein Fazit: „Dieser GÜZ-Durchgang war klasse. Die gute sowie fordernde Übung gab der Vorbereitung des Panzerbataillons 203 den letzten Schliff“, so der Zwei-Sterne-General.
Auch Willer äußert sich ähnlich lobend zu der „absolut anspruchsvollen Abschlussübung“ des deutschen Leitverbandes. Willer weiter, „die permanente Leistungsbereitschaft, Motivation sowie der erreichte Ausbildungsstand aller Frauen und Männer ist beachtlich“. Auch das Miteinander der multinationalen Battlegroup funktioniere erstaunlich gut. Die üblichen ersten Anlaufschwierigkeiten seien überwunden, ist sich Willer sicher.
Unter deutscher Führung
Der Gefechtsverband wird ab Sommer für sechs Monate im litauischen Rukla, etwa 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius, stationiert sein. Bei mehreren Übungen und Manövern wird der Gefechtsverband unter Führung des Augustdorfer Panzerbataillons 203 noch weiter zusammenwachsen und an Schlagkraft gewinnen. Die anerkannte Mission eFPenhanced Forward Presence dient der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung von Bedrohungen des Bündnisgebiets. Deutschland hat die Führung der Battlegroup in Litauen seit Beginn ihrer Aufstellung 2017 übernommen.