MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali: Auf die richtige Lösung kommt es an
MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali: Auf die richtige Lösung kommt es an
- Datum:
- Ort:
- Gao
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Neben der Desinfektion von Personal und Material zählen auch die Tierseuchenprophylaxe sowie die Notwasserversorgung zu ihren Aufgaben. Der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Dekontaminationstrupp bei MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali in Mali sorgt in jeder Hinsicht für die virus- und seuchenfreie Einsatzbereitschaft. Egal, ob kleiner Kampfstiefel oder kompletter Hubschrauber, sie desinfizieren alles, was ihnen vor die Düse kommt. Um es auf den Punkt zu bringen: Ohne ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte könnte die Bundeswehr ihren Auftrag kaum erfüllen.
Schutz der EUEuropäische Union vor Tierseuchen
Ein wichtiger Auftrag des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Dekontaminationstrupps ist die Tierseuchenprophylaxe. Das in den Auslandseinsätzen genutzte Material muss professionell gereinigt werden, bevor es nach Deutschland zurückkehren darf. Bei der persönlichen Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten betrifft das unter anderem die Kampfstiefel und das Gepäck. Aber auch militärisches Gerät wie Fahrzeuge, Zelte oder die zurückgebaute Rettungsstation Role 2 aus Koulikoro werden durch den ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Trupp aus dem Camp Castor desinfiziert und so für die Rückkehr in die Heimat vorbereitet.
Für jedes Problem die richtige Lösung
Ob für Räume, Plastik-, Metall- oder Fahrzeugoberflächen, elektrische Geräte oder ganze Hubschrauber: Im Kontingent stehen verschiedene Flüssigkeiten für die Desinfektion zur Verfügung. Jede Lösung ist so konzipiert, dass die jeweilige Oberfläche nicht angegriffen, aber wirkungsvoll behandelt wird. Bei der Tierseuchenprophylaxe kommt Ameisensäure zum Einsatz. Die Drohne Heron oder der Airbus A400M müssen nach Vorgaben der Hersteller mit einer Aktiv-Sauerstoff-Lösung behandelt werden. Bei den rumänischen Hubschraubern vom Typ Puma hingegen wird eine mindestens 70-prozentige Alkohollösung benötigt. Die Lösungsmittel werden nicht in Eigenverantwortung hergestellt, sondern kommen über den Lufttransport ins Camp.
Schutz vor COVID-19Coronavirus Disease 2019
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen auch vor dem Camp Castor nicht halt. Seit dem 24. April 2020, Punkt 00.01 Uhr, ist das Camp für die Außenwelt abgeriegelt. Nur noch ein stark begrenzter Personenkreis darf das Camp mit Fahrzeugen verlassen und befahren. Bei seiner Rückkehr muss jedes Fahrzeug in einer Schleuse an all jenen Stellen desinfiziert werden, die ein potenziell COVID-19Coronavirus Disease 2019-Infizierter hätte berühren können.
Dasselbe gilt für Materialien, die per Lufttransport das Camp erreichen. Einsatzwichtiges Material muss sofort desinfiziert werden. Materialien, die nicht einsatzrelevant sind, zum Beispiel Unterkunftsschränke, werden 72 Stunden zwischengelagert. Studien haben ergeben, dass der Corona-Erreger auf Materialien spätestens nach dieser Zeitspanne seine Wirkung verliert. Verantwortlich für den Betrieb der Schleuse: die Kräfte des ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Dekontaminationstrupps. Ihnen ist bewusst, dass es keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Virus gibt. Sie tun jedoch alles, um zu verhindern, dass das Virus ins Camp eingeschleppt wird.
Sauberes Wasser dank guter Zusammenarbeit
Nicht nur die über 1.000 Soldatinnen und Soldaten sind auf eine reibungslose Wasserversorgung im Camp Castor angewiesen. Auch die Küche benötigt aufbereitetes Wasser zum Kochen. Zu diesem Zweck stehen mehrere Brunnen zur Verfügung, die das Wasser aus einer Tiefe von über 100 Metern entnehmen. Das ist tief genug, um die Stadt Gao nicht trockenzulegen. Deren Brunnen liegen bei circa 17 Metern.
Ein ziviler Dienstleister aus Deutschland bereitet das entnommene Wasser zu Trinkwasser auf. Auch dessen Anlagen müssen jedoch von Zeit zu Zeit gewartet werden. Unter anderem werden Filter gereinigt und Leitungen gespült. An dieser Stelle kommen erneut die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte ins Spiel: Im Wartungszeitraum wird das Brunnenwasser umgeleitet und fließt durch die militärische Wasseraufbereitungsanlage. So ist sichergestellt, dass immer Wasser in Trinkwasserqualität verfügbar ist – nicht anders, als wenn man in Deutschland den Wasserhahn aufdreht.
Das Wasser ist sicher
Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte trainieren mehrmals jährlich die Voraussetzungen für eine Notwasserversorgung des Camps. Das Notfallkonzept sieht vor, dass bei Ausfall der Brunnen dem Niger Wasser entnommen wird. Dafür müssen bei Höchst-, Mittel- und Niedrigwasser des Nigers Wasserentnahmestellen erkundet werden.
Die ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte sind diejenigen, die mit ihrem Know-how dafür sorgen, dass das entnommene Nigerwasser zu Trinkwasser aufbereitet wird. Keine leichte Aufgabe, denn die Qualität dieses Wassers ist wesentlich schlechter als die des Brunnenwassers. Um unter idealen Bedingungen rund 76.000 Liter Trinkwasser zu gewinnen, müssen etwa 160.000 Liter Flusswasser entnommen werden. In Summe zeigt sich: Jede einzelne Tätigkeit der ABCAtomar, Biologisch, Chemisch-Kräfte dient der Einsatzbereitschaft von Personal und Material auf höchstem Niveau.