Reifenwechsel in der Wüste: Der GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp bei MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Reifenwechsel in der Wüste: Der GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp bei MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali

Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

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Über Funk erreicht eine Meldung das Joint Operations Center, kurz: JOCJoint Operation Center, im Camp Castor. Nördlich von Gao ist auf dem Rückmarsch ein Fennek ausgefallen. Spitze Steine und Geröll haben dem Fahrzeug zugesetzt. Es bleibt keine andere Möglichkeit: Oberfeldwebel Micha G., Truppführer des Gefechtsschaden-Instandsetzungstrupps (GSIGefechtsschadeninstandsetzung), und sein Team müssen raus aus dem Camp und das liegen gebliebene Fahrzeug so schnell wie möglich reparieren.

Ein Soldat wechselt einen Reifen beim Spähwagen Fennek

Reifen wechseln beim Spähwagen Fennek: für den GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp reine Routine

Bundeswehr/Patricia Franke

Jetzt muss es schnell gehen. „Wenn draußen etwas kaputt geht, ist es mein Auftrag, das behelfsmäßig instand zu setzen“, berichtet Oberfeldwebel Micha G. Innerhalb weniger Minuten ist der Trupp abmarschbereit und mit seinem geschützten Berge- und Abschleppfahrzeug Bison unterwegs zu den Kameradinnen und Kameraden außerhalb des Camps. Das Verstreichen der Zeit ist dabei stets die größte Herausforderung. Denn während der GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Trupp außerhalb des Camps die Fahrzeuge repariert, müssen ihn die anderen Kameradinnen und Kameraden sichern. Also lautet die Devise: so schnell wie möglich sein.

Oberfeldwebel Micha G. und sein Trupp sind inzwischen äußerst routiniert, der Reifenwechsel beim Spähwagen Fennek dauert durchschnittlich nur sechs Minuten – und das mitten in der Wüste bei über 42 Grad Celsius. Wahrlich keine leichte Aufgabe. „Für die Fahrzeuge ist dieses Gelände die Hölle“, sagt Oberfeldwebel Micha G. Die Vulkansteine sind messerscharf und können die Reifen der Fahrzeuge mitunter regelrecht aufschlitzen. Hinzu kommen die hohen Temperaturen, die für die Fahrzeuge und ihre Elektronik ebenfalls eine große Belastung darstellen.

Von Erfahrungen profitieren

Soldat arbeitet an einem Schraubstock

Mitten in der Wüste: Micha G. fertigt einen Schlauch für die Reifendruckregelanlage

Bundeswehr/Patricia Franke

Umso wertvoller ist es, dass der Trupp seit fast fünf Jahren zusammenarbeitet. „Ich bin stolz auf meine Jungs. Ohne sie könnte ich meine Arbeit nicht so gut machen“, erzählt der gebürtige Badener. In Deutschland ist er im Jägerbataillon 292 in Donaueschingen stationiert. Erfahrungen im Bereich Instandsetzung hat der gelernte KfzKraftfahrzeug-Mechaniker auch in seinem vergangenen Einsatz gesammelt.

Bereits 2011 übernahm er, damals noch als Stabsunteroffizier, für sieben Monate die Aufgaben eines GSIGefechtsschadeninstandsetzung-Truppführers in Afghanistan. In dieser Zeit hat er laut eigener Aussage bisher am meisten gelernt, Erfahrungen, von denen er heute profitiert. Während der Operationen kommen immer wieder Kameradinnen und Kameraden auf ihn zu und fragen um Rat. Oft muss Micha G. nicht lange überlegen, um zu erkennen, wo das Problem liegt. Er kennt die Fahrzeuge im Einsatz ganz genau.   

Bergung und Transport

Fahrspurrinnen in der Wüste, am Horizont ein Fahrzeug

Der sandige Boden in Kombination mit extremer Hitze ist für die Fahrzeuge eine Herausforderung

Bundeswehr/Patricia Franke

Der 32-Jährige stellt mit seinem Trupp bei MINUSMAMission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali zusätzlich die Recovery Task Force. Ihr Auftrag ist die Bergung sowie der Transport defekter oder verunglückter Fahrzeuge. „Wenn sich beispielsweise ein Fahrzeug festgefahren hat, müssen wir raus und die Kameradinnen und Kameraden unterstützen“, erklärt der erfahrene Truppführer Micha G. Damit handelt es sich quasi um ein Back-up für die multinationalen Kräfte im Einsatz. „Ich mache das gern und helfe draußen“, so der 32-Jährige weiter. „Die Kameradinnen und Kameraden müssen sich auf mich verlassen und ich mich genauso auf sie.“

von Patricia Franke

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