Ich bin iM EINsatz: Kursleiter für die malische Infanterie

Ich bin iM EINsatz: Kursleiter für die malische Infanterie

Datum:
Ort:
Ségou
Lesedauer:
3 MIN

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Auf drei Kontinenten und zwei Weltmeeren: In unterschiedlichen Einsatzgebieten leisten die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr täglich ihren Dienst. Doch was tun sie genau vor Ort? Was ist ihre spezielle Aufgabe? Was bewegt sie, was treibt sie an? In der Serie „Ich bin iM EINsatz“ stellen wir einige von ihnen ganz persönlich vor.

Ein Soldat spricht vor einer Gruppe malischer Soldaten

Ob Infanterietaktik oder Waffenausbildung: Hauptmann Manuel H. und sein Team kümmern sich um eine vielfältige Ausbildung

Bundeswehr/Markus Bayer

Ich bin Hauptmann Manuel H., 28 Jahre alt und Kursleiter bei der EUTMEuropean Union Training Mission Mali. Seit 2012 trage ich die Uniform der Bundeswehr. Zu Hause in Deutschland bin ich als Zugführer in der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 in Oberviechtach eingesetzt. Dies ist mein erster Einsatz und ich erhoffe mir, viele Erfahrungen zu sammeln, die ich später in meiner Karriere einbringen kann.

Das ist meine Aufgabe im Einsatz.

Ein deutscher Soldat erklärt etwas, während im Vordergrund ein malischer Soldat steht

Hauptmann Manuel H. demonstriert an einem malischen Kursteilnehmer, worauf man bei einer Personensuche achten muss

Bundeswehr/Markus Bayer

Bei der EUTMEuropean Union Training Mission in Mali bin ich der Leiter des Infanteriekurses in Ségou. Mit diesem Kurs bilden wir malische Soldaten für den Einsatz aus. Als Kursleiter bin ich dafür verantwortlich, dass wir die gesteckten Ziele der Mission erreichen. Ich bin das Bindeglied zwischen der auszubildenden malischen Kompanie und den europäischen Ausbilderinnen und Ausbildern. Ich teile den unterschiedlichen Trainerinnen und Trainern die Ausbildungsthemen zu, erstelle den Dienstplan und fordere das notwendige Material an. Bei der Ausbildung kontrolliere ich den Inhalt und die Qualität, passe notfalls die Ausbildungsabschnitte der nächsten Tage an und springe bei krankheitsbedingten Ausfällen durchaus selbst als Trainer ein.

Die Ausbildungen der Kompanie beginnen um 8 Uhr morgens. Meist spreche ich dann kurz mit dem malischen Chefausbilder und dem stellvertretenden Kompaniechef. Die Ausbildungen der Woche konzipiere ich normalerweise als Stationsausbildungen für die Teileinheiten, jede bekommt pro Tag eine Station zugewiesen. Montags und dienstags bilden hauptsächlich die Ausbilder der EUTMEuropean Union Training Mission an den Stationen aus. Mittwochs und donnerstags sind die malischen Ausbilder an der Reihe, meine Trainer rücken dann in den Hintergrund. Freitags füllen wir etwaige Ausbildungslücken, die sich über die Woche ergeben haben. Unsere Ausbildungsthemen reichen von Infanterietaktik wie Entfaltungsarten und Patrouille über Counter-IEDImprovised Explosive Device bis zu Waffen- oder Konvoiausbildungen.

Das macht meine Tätigkeit hier besonders.

Eine Gruppe malischer Soldaten steht hinter einem deutschen und einem irischen Soldaten

Hauptmann Manuel H. und sein Ausbilderteam bilden die malische 215. motorisierte Infanteriekompanie aus

Bundeswehr/Markus Bayer

Die Tätigkeit hier ist so besonders, weil wir inzwischen fast schon eine Familie geworden sind. In meinem Team haben wir drei Deutsche, drei Letten, zwei Iren, einen Litauer und einen Belgier. Wir haben Offiziere und Unteroffiziere, Infanteristen, Artilleristen, Militärpolizisten und Pioniere. Jeder bringt einen anderen Hintergrund und andere Fähigkeiten mit. Das ist unheimlich spannend und bereichert unsere Ausbildung sehr.
Diese gute Atmosphäre wird auch von den malischen Soldaten wahrgenommen. Sie sind hoch motiviert und ich kann täglich ihre Fortschritte beobachten. Das macht mich stolz.

Das vermisse ich hier am meisten.

Ein deutscher Soldat zeigt einem Kursteilnehmer den hochgestreckten Daumen

Hauptmann Manuel H. ist sehr zufrieden mit dem Fortschritt der malischen Soldaten in der Ausbildung

Bundeswehr/Markus Bayer

Natürlich vermisse ich meine Frau und meine Familie. Ich werde voraussichtlich insgesamt sechs Monate in Mali – und damit über Weihnachten und an meinen Geburtstag – im Einsatzland bleiben. So langsam beginnt die Adventszeit. Hier in Mali bilden wir bei rund 35 Grad Celsius Soldaten für den Kampf aus. Da kommt nur langsam weihnachtliche Stimmung auf. Auch vermisse ich meinen Zug und die Kompanie oder ganz alltägliche Dinge, zum Beispiel die wöchentliche Sportschau anzuschauen.

Das sind meine Pläne, meine Wünsche und Grüße.

Für den restlichen Einsatz hoffe ich auf viele weitere Ausbildungen in meiner Verantwortung. In meinem nächsten Kurs wird der Schwerpunkt vermutlich auf dem infanteristischen Kampf mit Gefechtsfahrzeugen liegen. Für mich als ausgebildeten Panzergrenadierzugführer genau das Richtige. Darauf freue ich mich schon. Die Impressionen, die ich hier mitnehme, will ich nach dem Einsatz im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Einsatzausbildung anwenden. Der Einsatz hier in Mali hat mich nochmal darin bestärkt, Berufssoldat zu werden. Dieses Ziel werde ich auch langfristig weiterverfolgen.
Viele Grüße möchte ich an die 4. Kompanie in Oberviechtach ausrichten und an das schöne Frankenland.

von Manuel H.

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